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Das Quartier Weingarten-West wird geprägt durch vier Hochhäuser und hofartig angeordnete Zeilenbauten. Hier wohnen ca. 5.800 Menschen aus über 70 Nationen. Etwa 50% der BewohnerInnen haben Migrationshintergrund. Es leben überdurchschnittlich viele alte Menschen im Quartier. Das Forum begann 2004 mit der Quartiersarbeit Weingarten-West.

Im Jahr 2006 wurde Weingarten-West in das Bund-Länder-Programm „Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – Soziale Stadt“ aufgenommen. Im Rahmen des Programms soll die bauliche Sanierung des Quartiers mit einer intensiven Bürgerbeteiligung und sozialen Begleitmaßnahmen verknüpft werden. Die Quartiersarbeit organisiert die Bürgerbeteiligung im Rahmen des Programms und engagiert sich für gute Nachbarschaften.

Zentrales Gremium der Bürgerbeteiligung ist der Sanierungsbeirat. Mitglieder sind gewählte BewohnervertreterInnen (Sprecherrat), GemeinderätInnen, VertreterInnen der Institutionen und Geschäfte im Quartier sowie (nicht stimmberechtigt) der Stadtverwaltung und der Freiburger Stadtbau als Wohnungseigentümerin und Sanierungsträgerin. In den öffentlichen Sitzungen werden alle wesentlichen Themen der Sanierung besprochen. Beschlüsse werden als Empfehlung an die jeweils politisch entscheidenden Stellen weiter gegeben. Die Geschäftsführung und den Vorsitz des Sanierungsbeirats hat das Sozialdezernat der Stadt inne.

Ebenso wichtig sind niederschwellige Beteiligungsmöglichkeiten, um möglichst viele BewohnerInnen zu erreichen. Hierzu organisiert die Quartiersarbeit Vor-Ort-Termine, Hausversammlungen, Haustürgespräche, Workshops u.a..

"Wohnverwandtschaften" im Modellprojekt Passivhochhaus Bugginger Str. 50
Das Hochhaus „Buggi 50“ wurde als Passivhochhaus saniert und ist so zum ökologischen Vorzeigeprojekt geworden. Gleichzeitig wurden die 90 Wohnungen in 139 neue, zum Teil barrierefreie kleinere Wohnungen umgebaut, die vor allem auch für ältere Menschen attraktiv sind. Während der Sanierung mussten alle BewohnerInnen ausziehen. Die Quartiersarbeit organisierte während des Planungsprozesses eine intensive Bewohnerbeteiligung, um die enormen Veränderungen gemeinsamen mit den BewohnerInnen zu besprechen und deren Ideen aufzugreifen. 


Gemeinsam mit BewohnerInnen und anderen sozialen Einrichtungen entwickelte die Quartiersarbeit das Konzept der „Wohnverwandtschaften“, um aus dem ökologischen Vorzeigeprojekt auch ein soziales Modellprojekt zu machen. Sie förderte frühzeitig vor Einzug das Kennenlernen und den Aufbau neuer Nachbarschafte: durch Baustellengespräche, eine „Stockwerksbörse“ und Stockwerkstreffen.

Im Erdgeschoss des Hauses wurden Räume zur gemeinschaftlichen Nutzung für soziale Einrichtungen und die BewohnerInnen eingerichtet. Auch das Quartiersbüro fand hier seine neue Bleibe.
Die Concierge der Freiburger Stadtbau im Eingangsbereich des Hauses sorgt für mehr Sicherheit und eine freundliche Atmosphäre im Haus. Eine Gästewohnung steht den BewohnerInnen des Quartiers zur Verfügung, wenn die eigene Wohnung für Besuch zu klein ist.
Eine ausführliche Beschreibung des Projektes „Wohnverwandtschaften“ in der Bugginger Str. 50 finden Sie hier.

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Weitere Sanierungsprojekte
Das Konzept der „Wohnverwandtschaften“ wurde für die Sanierung der nächsten Hochhäuser fortgeführt und weiter entwickelt. Im Hochhaus Binzengrün 9 entstanden, anders als in der „Buggi 50“, auch große Wohnungen für Familien. Deutlich mehr MieterInnen zogen wieder in ihr saniertes Haus zurück. 

Im dritten Hochhaus Bugginger Str. 2 haben wir über die "Wohnverwandtschaften" hinaus in zwei Etagen mit insgesamt 17 Wohnungen ein Projekt für gemeinschaftliches generationenübergreifendes Wohnen umgesetzt: Familien, Studierende, SeniorInnen und eine von der Caritas begleitete Wohngemeinschaft mit behinderten Menschen pflegen eine enge Nachbarschaft, unterstützen sich im Alltag gegenseitig und engagieren sich darüber hinaus auch in der Hausgemeinschaft und im Bewohnertreff. Näheres können Sie in unserer Projektbeschreibung "Wohnverwandtschaften" hier nachlesen.

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Wohnumfeldgestaltung und Städtebau
Ein „Rahmenplan“ für Weingarten-West

Ein Rahmenplan soll mittel- und langfristige Ziele für das Quartier festlegen. Hierzu schrieb das Stadtplanungsamt einen städtebaulichen Wettbewerb aus. Zeitgleich startete eine breite Bürgerbeteiligung zu wichtigen Themen wie z.B. Wohnen und Wohnumfeld, Städtebau, Infrastruktur, Image. Die Quartiersarbeit sammelte hierzu mit einem „Planning for real“-Verfahren Ideen und Vorschläge aus dem Quartier: Mit einem großem Modell des Quartiers stand sie auf öffentlichen Plätzen und kam mit vielen BewohnerInnen ins Gespräch. Parallel wurden Zielgruppengespräche geführt. Im Anschluss lud die Stadt zu zwei Planungsworkshops ein. Im Jahr 2014 soll die Bürgerbeteiligung fortgeführt werden und zu konkreten Ergebnissen führen.

Eine "Neue Mitte" fürs Quartier

Ein öffentlicher Platz mit kleinem Einkaufszentrum wurde im Rahmen des Förderprogramms „Soziale Stadt“ neu gestaltet und aufgewertet.

Mit der Methode „Planning for real“ sammelte die Quartiersarbeit vor Ort Meinungen und Ideen von BewohnerInnen aller Altersgruppen. In Planungsworkshops wurden die Ideen mit den PlanerInnen diskutiert und konkrete Vorschläge zur Gestaltung und Ausstattung des Platzes entwickelt. Parallel dazu bildete sich eine Arbeitsgruppe der Geschäftsleute, die sich insbesondere mit dem Thema „Sauberkeit“ befasste.

Durch verschiedene Veranstaltungen setzt sich die Quartiersarbeit für eine positive Belebung des neu gestalteten Platzes ein. Unterschiedliche Gruppen sollen den öffentlichen Platz möglichst konfliktfrei nutzen können.

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Investmentfonds als Vermieter – die GAGFAH
146 Wohnungen hat die Freiburger Stadtbau 2006 an die GAGFAH verkauft. Seither klagten die MieterInnen über mangelhafte Instandhaltung der Wohnungen, schlechte Erreichbarkeit des Vermieters, fortwährende Mieterhöhungen und schwer durchschaubare Betriebskostenabrechnungen. 


Die Quartiersarbeit unterstützt die BewohnerInnen durch Präsenz vor Ort, Hausversammlungen und Einzelberatungen. Außerdem machte sie die Situation öffentlich. So entstand ein Netzwerk aus Quartiersarbeit, Kirchen, Politik und Stadtverwaltung, das sich für Verbesserungen für die MieterInnen einsetzt. Im Jahr 2012 gelang der Durchbruch: Das Netzwerk hat nach zähen Verhandlungen die Einrichtung eines Runden Tisches mit der GAGFAH erreicht. Hier wurden endlich konkrete Verbesserungen vereinbart, die seit 2013 sukzessive umgesetzt werden. Dazu gehört vor allem der Austausch defekter Fenster in vielen Wohnungen und die Sanierung eines Wohnblocks mit Fördermitteln der „Sozialen Stadt“.